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Blogs • 03.03.2022

Vom Technikchef übers Praktikum zum Softwareentwickler in sechs Monaten

Zu lernen, wie man die lästige Aufgabe des Playlist-Reportings automatisieren könnte, war in meinem früheren Beruf ein Wunsch von mir. Dies war gleichzeitig auch mein Denkanstoß Softwareentwickler zu werden.  

Radiosender sind verpflichtet, die von ihnen gespielte Musik an die Organisationen der Urheberrechtsinhaber zu melden, und ich war für den Versand dieser Berichte zuständig. Nach einigen Jahren, in denen ich Playlists Track für Track abgetippt hatte, dachte ich mir, dass es einen einfacheren Weg geben müsste. Um diesen herauszufinden, schrieb ich mich an einer technischen Hochschule ein, um Softwareentwicklung zu studieren. Diese Entscheidung führte nicht nur zu einer neuen Automatisierung des Playlist-Reportings sondern auch zu neuen grundlegenden Fähigkeiten und dem Mut, den ich brauchte, um die nächste Phase meiner Karriere zu starten. 

Programmieren zu lernen war nur der erste und relativ einfache Schritt auf dem Weg ein hoch-qualifizierter Softwareentwickler zu werden. Der schwierigere Teil bestand darin, sinnvolle Wege zu finden, um diese Fähigkeiten anzuwenden. In der ersten Hälfte des Jahres 2021 arbeitete ich als Full-Stack-Entwickler bei Kela an der kommenden Kela.fi-Website. Das war eine großartige Gelegenheit, Erfahrungen in einem Softwareentwicklungsteam zu sammeln, das an einem Dienst arbeitet, den praktisch jeder Finne irgendwann in seinem Leben nutzt. 

Dann machte ich mich auf die Suche nach einem interessanten Job. Nachdem ich von den Werten von Gofore, der Unternehmenskultur und den Möglichkeiten, etwas Positives für die Gesellschaft zu bewirken, erfahren hatte, wusste ich, dass dieser Gofore-Job wie angegossen zu mir passen würde. Zu meinem Glück sah man das bei Gofore genauso. Meine Befürchtungen, dass ich die typische Praktikantenarbeit machen würde, wie zum Beispiel das Abarbeiten von Rückständen bei einem älteren Projekt, waren schnell verflogen. 

Anspruchsvolle Aufgaben in Kundenprojekten 

Mir wurden gleich zwei Kundenprojekte übertragen, die sich stark voneinander unterschieden. Das erste bestand darin, für ein Unternehmen aus der Landwirtschaft zwei Anwendungen auf Minimum-Viable-Product-Level von Grund auf zu entwickeln. Dies diente dazu, um das Wohlbefinden von Kälbern zu überwachen. Ich wählte die zu verwendenden Technologien aus, präsentierte meine Ergebnisse und Vorschläge dem Kunden und nahm die notwendigen Änderungen entsprechend den Kundenwünschen vor. Obwohl ich noch ein Neuling war, wurde mir hier viel Verantwortung übertragen. Jedoch meisterte ich meine Aufgaben erfolgreich.
 

Das zweite Projekt stand im starken Kontrast zum ersten. Im Rahmen eines Gofore-Teams arbeitete ich an einem Projekt im öffentlichen Sektor für einen der größten Kunden von Gofore. Das Projekt besteht aus einem React-Frontend und einem .NET-Backend. Meine Aufgabe bestand darin, mich mehr auf das React-Frontend zu konzentrieren, während ich gelegentlich in die C#-Seite der Codebasis eintauchen musste. Von den verwendeten Technologien hatte ich nur mit React Erfahrung. Die Plattform, auf der wir unser Projekt aufbauen, besteht aus ein paar Dutzend anderer Dienste. Allein die Einrichtung der Entwicklungsumgebung und die Einarbeitung in die Codebasis hätten einen ganzen Sommer in Anspruch nehmen können. 

„Meine Teamkollegen haben bei dem größeren Projekt großartige Arbeit geleistet und mir Orientierung gegeben.” 

Das Projekt war kein Spaziergang, aber Hartnäckigkeit, gepaart mit jeder Menge des Herumprobierens und der Unterstützung durch mein Team haben sich ausgezahlt. Im August konnte ich anderen, die aus dem Urlaub zurückkamen, bereits einige Komponenten eines Bewerbungsformulars zeigen. 

Auch wenn ich im Sommer im Home-Office arbeitete, war ich nicht allein. Meine Teammitglieder in dem größeren Projekt leisteten großartige Arbeit bei der Orientierung. Andere Goforeans waren schnell bereit, in den Slack-Kanälen des Unternehmens Ratschläge zu erteilen, wenn sie gebraucht wurden. Als das Team aus dem Urlaub zurückkehrte und die „echte” Arbeit begann, fühlte ich mich sofort als vollwertiges Mitglied des Teams, obwohl ich neu war. Jetzt habe ich das Gefühl, dass ich mich auf einem positive beruflichen Wachstumspfad befinde. Dieser macht mich nicht nur zu einem besseren Softwareentwickler, sondern auch zu einem besseren Software-Consultant. Die Teilnahme an scheinbar alltäglichen Besprechungen mit unserem Kundenkreis verschafft mir wertvolle Einblicke in deren Anforderungen und in die Arbeitsweise der erfahreneren Mitarbeiter in Funktionen mit Kundenkontakt 

„Alles ist machbar” 

Der Wechsel vom technischen Leiter zum Praktikanten mit Mitte 30 war anfangs etwas beängstigend. Auf dem Papier mag es sogar wie ein Rückschritt in der beruflichen Laufbahn erscheinen. Aber es verging kein Tag, an dem ich das Gefühl hatte, dass es die falsche Entscheidung war. Für alle, die sich fragen, ob sie zu alt sind, um ihre Fähigkeiten zu erweitern und in einem neuen Beruf neu anzufangen, habe ich eine Antwort: Ihr seid es nicht. Jede Erfahrung, die Ihr in eurer bisherigen Laufbahn gesammelt haben, ist ein Gewinn. Um die weisen Worte eines Posters am Schwarzen Brett des Gofore-Büros in Kamppi-Office in Helsinki zu zitieren: „Alles ist machbar”. 

 

 

Teemu Kostamo

Teemu ist Softwareentwickler und ein ehemaliger Radiofachmann, der moderne Webentwicklungstechnologien in seinen Werkzeugkasten aufgenommen hat. Die Softwareentwicklung macht ihm Spaß, weil es eine große Vielfalt an Technologien zu lernen gibt und viele mögliche Lösungen für ein bestimmtes Problem. "Etwas zu schaffen, das den Alltag der Menschen erleichtert, und dabei mein Gehirn durch das Erlernen neuer Technologien auf Trab zu halten, ist sehr lohnend." sagt Teemu

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