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Blogs • 01.02.2021

Treffen Sie Ihre Alltags-Rivalen

 

Bei einer Oldtimer-Veranstaltung im Jahr 2015 traf ich jemanden mit einer beeindruckenden Sammlung von klassischen Fahrzeugen. Als ich fragte: „Womit fahren Sie denn im Alltag ?”, flüsterte er mir zu, dass er E- Auto von Mitsubishi führe und nicht vorhabe zu einem Verbrenner zurückzukehren. Für mich kam die Antwort unerwartet. Unter Autoliebhabern galten Elektroautos zu dem Zeitpunkt als ebenso attraktiv wie lange Unterwäsche. Beeindruckt und schockiert zugleich, begann auch ich, mich für Elektroautos zu interessieren. Als wir schließlich an Entwürfen für E.ON-Ladesäulen arbeiteten, nutzte ich die Gelegenheit und kaufte mir aus „geschäftlichen Gründen” ein gebrauchtes vollelektrisches Auto.

Sind Sie schon mal ein Elektroauto gefahren? Es ist vielleicht nicht das unmittelbare „Wow”-Gefühl wie bei der ersten Motorradfahrt, aber es nimmt einen leise und langsam in Beschlag. Die Beschleunigung lässt jeden Porsche-Fahrer neidisch werden, wenn er mit Ihnen über die nächste Ampel rast. Und, keine Überraschung, es ist so einfach zu bedienen und zu warten wie ein Haartrockner.

Ich habe meine Zeit als “Early Adopter” genossen, obwohl es schien, als wüssten alle anderen besser als ich, warum das nicht die Zukunft sein kann: „Vergessen Sie nicht, dass die seltenen Mineralien im Kongo fast erschöpft sind!“ und „Ich habe gehört, dass es gefährlich ist, die Türklinke anzufassen, wenn es regnet!” Wie bei vielen Themen sind weitergeleitete und unbewertete Nachrichten in den sozialen Medien die Hauptquelle der „Information“ für eine beträchtliche Anzahl von Menschen.

Kürzlich besuchte ich den Elektromobilitätskongress „Hypermotion“ und ein Referent meinte, das Publikum mit der Tatsache zu überraschen, dass „Umfragen zeigen, dass 70% der Elektroautos zu Hause aufgeladen werden!” Wie bitte? Wenn Sie elektrisch fahren würden, wüssten Sie, dass es meist keine andere Möglichkeit gibt, da die wenigen Ladesäulen, die uns in den Städten zur Verfügung stehen, ständig belagert werden.

Anfangs dachte ich, eine öffentliche Ladesäule wäre ein Ort, an dem man nette Menschen mit der gleichen Einstellung trifft; ein Ort, an dem man sich über Nachhaltigkeit oder neue Technologien unterhalten kann. Aber wenn der Zugang zu der immer knapper werdenden Energiequelle umkämpft ist, sieht die Sache ganz anders aus…

Wir haben alle schon gesehen, wie Leute frühmorgens Liegestühle am Hotelpool reservieren, unabhängig davon, ob sie tatsächlich auftauchen. Ich kann bestätigen, dass an der Ladestation die gleichen Strategien angewandt werden. „Jemand anderes könnte ihn nehmen, wenn ich es nicht tue.”

Der wahre Vorteil des Platzes an der Ladestation ist häufig nicht die Möglichkeit des Nachladens , sondern die unbegrenzte kostenlose Parkzeit. Die Ingenieure haben uns das schnelle DC-Laden geschenkt, mit dem Sie Ihr Auto in nur 30 Minuten auf 80 % aufladen können. Aber eine halbe Stunde ist zu lang für eine Zigarettenpause und zu kurz für eine Shoppingtour in der Innenstadt. Deshalb ist der langsame AC-Stecker so beliebt und begehrt. Es gibt einige Gründe, warum man nicht so viele Ladestationen gebaut hat, wie nötig wären. Einer ist die Messung der Energie.

Sollte das Messen der verbrauchten Strommenge nicht genauso einfach sein wie zu Hause? Sorry, das mussten wir neu erfinden und das dauert in good old Germany. Vorerst müssen wir auf mehr öffentliche Ladestationen warten, die den Vorgaben der Physikalischen Technischen Bundesanstalt entsprechen.

Immer wenn sich die Technik ändert, neigen wir dazu, uns auf die Probleme zu konzentrieren, die auf uns zukommen werden. Und während das eine gesunde Einstellung sein kann, wünschte ich, jeder würde auch die Vorteile berücksichtigen, die die Überwindung dieser Herausforderungen rechtfertigen. Wir haben uns an Benzin- und Dieselmotoren gewöhnt, da wir diese schon seit 100 Jahren in Betrieb haben. Schauen Sie einmal in einen hinein oder nehmen Sie einen auseinander. Sie werden erstaunt sein, wie komplex sie geworden sind und wie schwierig es ist, sie zum Laufen zu bringen. Hunderte von Metall- und Gummiteilen, die alle in einem schmutzigen Ölbett laufen. Ein komplexer Organismus mit vielen Schwachstellen und nicht gerade nachhaltig im Betrieb. All das wird durch einen kleinen, leisen, sauberen und wartungsfreien Motor komplett überflüssig.

Elektromobilität ist neu und sie ist fantastisch. Lassen Sie uns diese neue und nachhaltige Technologie und die Infrastruktur so schnell wie möglich Hand in Hand weiterentwickeln.

Wir bei Gofore sind überzeugt, dass dies die Zukunft auf dem Weg zu den Null-Emissions-Zielen ist. Wir arbeiten seit Jahren an verschiedenen verwandten Projekten: Wir haben ergonomische öffentliche Ladestationen entworfen, wir haben modernste Software für Ladeplattformen entwickelt und wir werden auch in Zukunft gerne weitere Beiträge leisten.

 

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Marcus Anlauff

Marcus gestaltet als Diplom-Designer bereits seit über 30 Jahren elektronische Geräte für verschiedene Produktbereiche. Was ihn motiviert? Der Anspruch nutzerfreundliche und zugleich technisch langlebige Produkte zu designen. Und das am besten mit dem Einsatz alternativer Materialien. Als Botschafter für den Einsatz nachhaltiger Materialien in der Produktion, entwickelte Marcus bereits mehrfach ausgezeichnete Produkte beispielsweise aus Karton. Seit 2017 beschäftigt er sich vermehrt mit Themen der Elektromobilität, die nach seiner Überzeugung, die derzeit größten Innovationspotenziale bieten. Seine Kompetenz unterstreichen nicht nur die für E:ON gestalteten zukunftsweisenden Ladesäulen, sondern auch sein Gespür für sich abzeichnende neue Trends am Markt. Ihr Ansprechpartner für New Mobility / Industrie Design +49 170 951 8882

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