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Blogs • 02.09.2021

Good-Growth – Das neue Arbeitsmodell für eine nachhaltige Digitalisierung

In dieser Blogreihe stellen wir die Good-Growth-Methode und die damit verbundenen Tools und Praktiken vor. Der Zweck dieser Reihe ist es, das Good-Growth-Modell vorzustellen, in der Hoffnung, dass wir andere bei der Übernahme und Skalierung von nachhaltigem Denken und Handeln in Ihren eigenen Digitalisierungsprojekten unterstützen können.

Nachhaltigkeit ist dabei, die nächste großen Transformation der Wirtschaft zu beschleunigen. Laut dem IPCC-Bericht von 2021 müssen die Grundlagen dafür noch in diesem Jahrzehnt geschaffen werden, um unsere Zukunft vor einer globalen Erwärmung um mehr als 1,5 Grad zu schützen. Unternehmen müssen nachweisen, dass die Ziele für die Kohlenstoffemissionen in einem definierten Rahmen liegen, dass die ESG-Vorschriften (Environmental, Social, Governance) eingehalten werden und, dass die Erwartungen der immer bewusster handelnden Verbraucher und Verbraucherinnen erfüllt werden. Unternehmensabläufe und das Markenimage müssen aufeinander abgestimmt werden, und “Greenwashing” gehört der Vergangenheit an. Ein Großteil dieses Wandels wird durch die Digitalisierung ermöglicht. Von der Transparenz der Wertschöpfungskette über die Modellierung der systemischen Auswirkungen, von IOT Smart Sensing bis zu datengesteuerter Business Intelligence – es gibt eine Menge zu tun.

In diesem Sinne müssen wir unsere Kräfte bündeln und zusammenarbeiten. Unserer Meinung nach liegt Nachhaltigkeit in der Verantwortung von uns allen. Die gemeinsame Nutzung praktischer Instrumente und Methoden kann nur positiv sein. Denn so können wir den Übergang zur Nachhaltigkeit, an dem wir alle beteiligt sind, beschleunigen. Gofore’s Good-Growth-Modell und Toolkit ist Open-Source. Wir freuen uns, wenn Sie es ausprobieren, verwenden, umgestalten und verbessern. Machen Sie mit!

Die Good-Growth Perspektive

Beginnen wir mit dem Fundament, welches der Denkweise des Good-Growth zugrunde liegt. Dies ist die Referenz, zu der Sie immer wieder zurückkehren können. Ein Weg, um Projekte zum Erfolg und zu konkreten, messbaren Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit zu führen. Ein Instrument zur Überprüfung der Sinnhaftigkeit, welches die Beteiligten im Team als ihre gemeinsame Denkweise übernehmen können. Im Grunde ist es die Landkarte, welche Sie zu Ihrem gewünschten Ziel navigiert.

Die traditionelle Denkweise bei der Konzeption und Entwicklung digitaler Dienste für Verbraucher und Verbraucherinnen besteht darin, zwei Dinge zu beachten, die im Wesentlichen das Maß für den Erfolg sind.

Wie gut funktioniert Ihr digitaler Dienst:

1. Helfen Sie den Nutzenden, Ziele auf möglichst intuitive und einfache Weise zu erreichen. Fesseln Sie Ihre Verbraucher und Verbraucherinnen so, dass Ihre Dienste erneut in Anspruch genommen und Sie sogar weiterempfohlen werden?

2. Liefern Sie aus der strategischen Geschäftsperspektive die richtige Art von wirtschaftlichem Mehrwert für den Anbietenden des Dienstes?

Das ist doch ganz einfach, oder? Ich vereinfache natürlich, aber der Klarheit halber deckt das so ziemlich die meisten kommerziellen Dienste ab. Auf der Seite des öffentlichen Sektors sieht es zwar anders aus, allzu große Unterschiede gibt es aber nicht. Die wirtschaftlichen Aspekte treten nur etwas mehr in den Hinter-, und die Aspekte der sozialen Verbesserung in den Vordergrund.

Aus der Perspektive des Good-Growth gibt es drei Erfolgsmaßstäbe, die wir bei der Konzeption und Entwicklung digitaler Dienste berücksichtigen.

1. Menschen – Verbesserung des Lebens von Einzelpersonen und der Gemeinschaften, denen sie angehören.

2. Natur – Verringerung möglicher Umweltschäden und, wenn möglich, deren völlige Beseitigung.

3. Wirtschaft – Entwicklung guter Geschäfte für alle Beteiligten. Stakeholder-Kapitalismus im Gegensatz zum Shareholder-Kapitalismus.

Wenn Sie diese drei Sichten für Good-Growth auf Ihr Projekt anwenden, können Sie Ihr Ziel und Ihre Absichten hinterfragen und sicherstellen, dass das Ergebnis aus der Good-Growth Perspektive gut abschneidet.

Praktische Anwendung der Good-Growth Perspektiven:

Drucken Sie sich diese Fragen zur Orientierung aus und kleben Sie sie an die Wand (oder an eine Miro-Tafel). Gehen Sie in einer Teamsitzung jeden Aspekt durch und fragen Sie sich selbst:

  • Wie gut sind wir in jedem Bereich? Was sind die wichtigsten Nachhaltigkeitsprobleme?
  • Wo gibt es Möglichkeiten zur Verbesserung?
  • Wie sieht unser Aktionsplan aus?

Seien Sie transparent in Bezug auf Ihren aktuellen Stand und finden Sie sich damit ab, wenn Sie etwas nicht erreichen können. Wenn Ihr digitaler Dienst beispielsweise in irgendeiner Weise umweltschädlich ist, sollten Sie das Team darüber informieren und sich bemühen, eine Lösung zu finden. Wenn es aktuell nicht möglich ist, parken Sie die Aufgabe für Ihre zukünftige Roadmap im Backlog. Das Wichtigste ist volle Transparenz und ein umfassendes Bewusstsein für die Gesamtauswirkungen des digitalen Dienstes, den Sie in die Welt tragen wollen.

Ermitteln Sie auf der Grundlage dieses Good-Growth-Perspektiven-Mappings die wichtigsten Aspekte, die Sie angehen wollen. Setzen Sie Ihre Prioritäten auf der Grundlage des Wissens Ihres Teams und Ihres Bauchgefühls. Wenn Sie eine Fachkraft für Nachhaltigkeit hinzuziehen können, um Ihr Vorgehen zu validieren, ist das umso besser.

Der nächste Schritt besteht darin, Ideen für die „zu erledigenden Aufgaben” zu entwickeln. Welche Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Probleme zu lösen? Mit wem müssen Sie sprechen? Wen müssen Sie mit ins Boot holen? Dienstleistungsökosysteme bestehen in den meisten Fällen aus einer Reihe von Akteuren (realen Personen), die zur Erbringung der Dienstleistung beitragen und einen Teil der Wertschöpfungskette mit ihren eigenen Zielen und Prioritäten besitzen und bearbeiten. Die Zusammenarbeit mit diesen Akteuren ist der Schlüssel zur Lösung von Nachhaltigkeitsproblemen. Die Definition einer gemeinsamen Vision und Win-Win-Szenarien für alle ist die einzige Möglichkeit, Menschen außerhalb Ihres unmittelbaren Teams davon zu überzeugen, mitzumachen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass der Einstieg in das Thema „Good-Growth“ nicht schwer ist. Bringen Sie die drei Perspektiven in Ihr Projekt ein und stellen Sie diese Ihrem Team vor. Nehmen Sie sich die Zeit, die Probleme zu identifizieren, und sie gemeinsam auf das große Ganze auszurichten. Erarbeiten Sie die zu erledigenden Aufgaben und stellen Sie die Verbindungen zu den Menschen in der weiteren Wertschöpfungskette her. Beginnen Sie mit der gemeinsamen Erarbeitung von Nachhaltigkeitsthemen.

Das ist natürlich alles andere als einfach, aber die Lösung der größten Herausforderung, vor der die Menschheit steht, wird kein leichter Weg sein.

Im nächsten Blog werden wir uns mit dem Prozess des Good-Growth befassen, der darauf abzielt, verschiedene Interessengruppen zu vereinen, und das Denken und Handeln im Bereich des Good-Growth zu skalieren.

2021 IPCC-Bericht in voller Länge:
https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/#FullReport

Link zu Good-Growth:
https://gofore.com/en/good-growth/

Wenn Sie Good-Growth in Ihrem Projekt ausprobieren möchten – lassen Sie uns darüber sprechen!

Kontaktieren Sie Anton Schubert – Good-Growth Gründer und Design Lead

+358 40 3589538

Gofore Oyj

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